Kalt, farblos und trist: So beschreibt die Koordinatorin des Selbstlernzentrums am Hannah-Arendt-Gymnasium in Krefeld, Melanie Wilms, die ehemalige Bibliothek der Schule. Ein langer Raum, die Wände zugestellt mit Bücherregalen, in der Mitte ein paar Tische und Stühle. Wenig einladend habe das gewirkt, immer seltener ließen sich Kinder dort blicken. Nach der Teilnahme einiger Lehrkräfte am Programm „Klasse!Digital“ – ein Projekt zur Unterstützung von Lehrkräften bei der Schul- und Unterrichtsentwicklung des NRW-Ministeriums für Schule und Bildung, der Wübben Stiftung Bildung und von RuhrFutur – stand die zündende Idee schnell fest: Die Bibliothek wird zur Study Hall!
Ein Selbstlernzentrum – viele Vorteile
Von eigener Hand etwas Neues schaffen


Melanie Wilms war Mitinitiatorin der Study Hall. Dafür schaute sich ein kleines Team in anderen Schulen um, bildete sich fort, brachte alles ins Rollen.
Beliebter Ort, vielfach genutzt
- Vision entwickeln
(Ziele formulieren) - Informieren
(Konzepte studieren, an anderen Schulen hospitieren) - Beschließen
(Schulgemeinschaft einbeziehen) - Projektgruppe bilden
(formale Beauftragung) - Anforderungen festlegen
(Workshop mit Schülerinnen und Schülern) - Bestandsanalyse
(ungenutzte Räume und Möbel identifizieren) - Einrichtung planen
(Lernende beteiligen) - Sponsoring starten
(Förderprogramme checken) - Raum gemeinsam gestalten
(gemeinsame Aktionen starten) - Betreuung organisieren
(kreative Lösungen suchen) - Buchungssystem etablieren
(z. B. Einbindung in Schulserver) - Regeln aushandeln
(Umgang mit Regelverstößen planen) - Eröffnungsfest feiern
(Study Hall sichtbar machen) - Inbetriebnahme
(Nutzungsverhalten dokumentieren)
Ergänzende Tipps von Lukas Trettin:
„Meine wichtigsten Tipps für die erfolgreiche Umsetzung einer Study Hall: Es ist gut, wenn sich zu Beginn eine kleine Gruppe findet, die sich auf den Weg macht. Irgendjemand muss anfangen. Während der Bauphase ist es wichtig, das Kollegium mit Erfolgsberichten auf dem Laufenden zu halten.“
- Zunächst das räumliche Potenzial der Schule sondieren: Gibt es ungenutzte oder wenig frequentierte Räume?
- Inspiration durch Besuche an anderen Schulen oder Bildungsmessen finden, im Anschluss daran überlegen, was sich adaptieren lässt.
- Partizipation der Schülerschaft: Wie wollen Schülerinnen und Schüler lernen?
- Beim Kollegium geht die Umgestaltung von Schule auch mit der Frage nach der Unterrichtsentwicklung einher, dazu ließen sich beispielsweise pädagogische Tage nutzen, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie man zeitgemäßes Lehren und Lernen forcieren kann (Förderung von Selbstständigkeit, Kreativität, Kooperation, kritisches Denken und so weiter).
2 Antworten
Total schön, zu sehen, dass das Startchancen-Programm erste Früchte trägt.
Das finden wir auch! Und sind schon sehr gespannt, was in den nächsten zehn Jahren am HAG entsteht.